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21.09.2019 / Feuilleton / Seite 10

Torte ins Gesicht

Ohne Sinn: Thorleifur Örn Arnassons Inszenierung von »Eine Odyssee« an der Berliner Volksbühne

Jakob Hayner

Die Faszination, die von Odysseus und seinen Irrfahrten ausgeht, ist auch in der Moderne ungebrochen. So sahen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer in den Schilderungen Homers die Urgeschichte des bürgerlichen Subjekts erzählt. Der listige Odysseus ist nämlich kein stumpfer Schlächter mehr, der den Heldentod hinzunehmen bereit ist – er stellt seine Selbsterhaltung ins Zentrum. Das beendet zwar den Krieg nicht, lässt aber immerhin die Hoffnung aufkeimen, dass den Menschen irgendwann einmal ihr eigenes Leben wichtiger sein könnte, als aus fragwürdigen Gründen – der Ehre wegen, fürs Vaterland – fremde Köpfe einzuschlagen oder Bäuche aufzuschlitzen.

Man durfte also gespannt sein, wie Thorleifur Örn Arnasson den Stoff für die Volksbühne adaptieren würde. Es ist die erste Inszenierung des Regisseurs in seiner Funktion als neuer Schauspieldirektor am Haus. Die Fassung hat er auf der Grundlage von Homers Klassiker gemeinsam mit dem Schriftsteller Mikael Torfason ...

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