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05.09.2019 / Thema / Seite 12

Therapie mit Substanzen

Eine Erinnerung an den Nervenarzt, Psychotherapeuten und LSD-Forscher Hanscarl Leuner

Norbert Andersch

In der offiziellen Ruhmeshalle großer deutscher Nervenärzte wird man Hanscarl Leuner nicht finden. Dafür war er zu kritisch, zu streitbar, zu unangepasst. In neurologischen und psychiatrischen Lehrbüchern taucht sein Name ebenfalls nicht auf. Dafür waren seine Konzepte zu revolutionär. Sein bahnbrechendes Werk »Die experimentelle Psychose« (1962) und sein radikal neues Konzept einer »konditional-genetischen Psychopathologie« sind auf dem Index deutscher Nervenheilkunde gelandet, und haben dennoch weiterhin das Potential, den Umgang mit psychischen Krisen grundlegend zu reformieren.

Dem konservativen psychiatrischen Zeitgeist der frühen 1960er Jahre weit voraus, setzen Leuners Forschungen über experimentelle Psychosen gerade dort an, wo Karl Jaspers in schweren psychischen Störungen »etwas seelisch Letztes, immanent Wesentliches und nicht weiter Ableitbares« erkannt hatte. Leuner nutzt – in nervenärztlichen Fachkreisen hochumstritten – das Halluzinogen LSD...

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