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23.08.2019 / Feminismus / Seite 15

Keine Trennung durch »Verstoßen«

Streit um neues Scheidungsrecht für Muslime in Indien vorläufig beendet

Thomas Berger

Seit rund einem Monat gelten muslimische Ehen in Indien nicht mehr als rechtskräftig geschieden, sobald der Mann dreimal erklärt hat, seine Frau zu verstoßen. Das Unterhaus des indischen Zentralparlaments, die Lok Sabha, hat am 25. Juli mit der Mehrheit der regierenden Hindunationalisten der Bharatiya Janata Party (BJP) ein Gesetz beschlossen, das nach Ansicht der Befürworter einen großen Fortschritt für muslimische Frauen bedeutet. Das »Gesetz zum Schutz der Eherechte muslimischer Frauen« zieht einen zumindest vorläufigen Schlussstrich unter eine Auseinandersetzung, die in den vergangenen zwei Jahren erbittert vor allem auf parlamentarischer Bühne geführt worden war. Im Kern geht es um die Praxis einer Scheidung durch einen muslimischen Mann, indem dieser dreimal das Wort »Talak« (»Scheidung«) ausspricht. Dies wird mit dem neuen Gesetz nun eindeutig für illegal erklärt und unter Strafe gestellt.

Die Politik hat damit gewissermaßen nachgeholt, was der Obe...

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