Gegründet 1947 Montag, 20. Januar 2020, Nr. 16
Die junge Welt wird von 2218 GenossInnen herausgegeben
17.08.2019 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Euro-Kommunismus

Die Linke diskutiert über EU und Währungsunion. Sozialistische Argumente gegen Exit-Strategien: Radikale Rhetorik, wenig Perspektive

Steffen Stierle

Die politische Linke diskutiert spätestens seit der Kapitulation der griechischen Syriza-Regierung 2015 intensiv über EU und Euro. Allzu deutlich wurde, dass ein Politikwechsel innerhalb dieses Rahmens nicht möglich ist. »Es kann keine demokratische Entscheidung gegen die Europäischen Verträge geben«, brachte es der damalige Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf den Punkt.

Seither verliert die linke Pro-EU-Position an Boden. In der Bundesrepublik bleiben überwiegend Antideutsche und Linksliberale, die in einer immer tieferen Integration das Heilmittel zur Überwindung des deutschen Nationalismus sehen. Selbiger wird durch einen EU-Patriotismus ersetzt, der von dem permanenten identitären Bekenntnis »überzeugter Europäer« bis zu imperialen Ambitionen reicht, wenn etwa beklagt wird, dass die europäischen Staaten in der Welt nur gemeinsam etwas zu sagen hätten, oder wenn die globale Verbreitung »europäischer Werte« als Ziel ausgegeben wird.

In Marxisti...

Artikel-Länge: 4786 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €