Schwarzer Kanal
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08.08.2019 / Feuilleton / Seite 11

Leben in Würde

Zum Tod der afroamerikanischen Schriftstellerin Toni Morrison

Michael Saager

Es ist eine wahrhaft widerwärtige Fleischbeschau. Jacob Vaark, Farmer und Geldverleiher, empfindet das auch so. Wir schreiben das Jahr 1682 – es ist Pionierzeit in Amerika, und Toni Morrison zeichnet Vaark als intuitiv handelnden Menschen mit einigem Gerechtigkeitssinn. D’Ortega, Vaarks Schuldner und portugiesischer Pflanzer von adligem Geschlecht, lässt seine Sklaven in einer Reihe Aufstellung nehmen. Er weist auf ihre Vorzüge hin und schweigt »zu den Narben, den Verletzungen, die sich wie falsch verlaufende Venen auf ihrer Haut abzeichnen«. Die männlichen Sklaven blicken zu Boden, aber wenn sie sich unbeobachtet fühlen, taxieren sie argwöhnisch ihren Herren und auch Vaark, dem bald speiübel wird – ein junges Mädchen kauft er trotzdem. Es heißt Florens; hauptsächlich ihre sanfte, nach Erklärungen in einer wirren Welt tastende Stimme trägt uns durch Morrisons Buch »Gnade«.

»Gnade« aus dem Jahr 2010 ist weder der erste noch der letzte veröffentlichte Roman...

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