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30.07.2019 / Feuilleton / Seite 10

Allzeit wutbereit

Der Choreograph und Kommunist Johann Kresnik ist tot – Nachfolger seiner radikalen Kunst nicht in Sicht

Gisela Sonnenburg

»Wendewut« heißt ein Stück von Johann Kresnik. Es wurde 1993 im Schauspielhaus Bremen uraufgeführt und beim Theatertreffen in Berlin gezeigt. Der geniale linke Choreograph Kresnik, dessen Stiefvater ein Funktionär in der KPÖ war, nimmt darin eine Erzählung von Günter Gaus zur Vorlage, um der »deutschen Einheit« mit theatralen Mitteln auf den Leib zu rücken. Bis heute wirkt das Stück prophetisch. Am letzten Samstag verstarb Kresnik, durch Herzversagen in Klagenfurt, im selben Bundesland Kärnten, in dem er im Dezember 1939 geboren wurde. Die Welt verlor den stärksten Provokateur, den die Tanzkunst je hatte.

Seinen Werdegang hatte er in Graz am Theater begonnen, zuerst als Statist, dann als Tanzeleve, schließlich als Ballerino. Von der Mutter zu einer handwerklichen Lehre vergattert, schlich sich Kresnik zunächst nebenberuflich in die Kulissen. Und tanzte sich rasch empor. Um der Einberufung zum Militär zu entgehen, übersiedelte der überzeugte Pazifist nach ...

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