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30.07.2019 / Ausland / Seite 6

Die keine Wahl hatten

19. Juli – Teil 2: Seenotretterin Anabel erzählt von Flüchtenden, nicht von Helfern

Valerio Nicolosi, TPI

Das Leben auf einem Schiff spielt sich wie in einer Blase ab. Gestern kam Anabel Montes, die Einsatzleiterin der »Open Arms«, zu mir und sagte: »Mein Vater hat mir den Link zu einer italienischen Zeitung geschickt. Die schreiben, man habe beantragt, gegen mich wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung Anklage zu erheben. Weißt du etwas davon? Wir haben nichts davon gehört, und auch unsere Anwälte nicht.« Nein, ich weiß nichts davon, aber es gibt eine dahingehende Agenturmeldung, und die Zeitung Il Giornale verbreitet sie. Dieselbe Zeitung, die heute früh Carola Rackete als eine »humanitäre Extremistin« bezeichnet hat.

Wir haben gerade eine Übung zu Wasser beendet, und ich nutze die Gelegenheit, mit Anabel zu sprechen. Ich möchte hier ihre Geschichte erzählen und auch, wie schwierig es ist, eine normale, einfache Person zu bleiben, wenn man Tag für Tag entweder wie eine Heldin oder wie eine Kriminelle behandelt wird. Aber: »Mir gefällt es überhaupt nicht, ...

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