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27.07.2019 / Geschichte / Seite 15

Weißer Terror, rote Ohnmacht

Gewaltfreier Rücktritt: Vor hundert Jahren fiel die ungarische Räterepublik. Wenige Tage später errichtet Horthy sein Terrorregime

Christian Stappenbeck

In Budapest werden alte Denkmäler gestürzt, neue errichtet. Die Statue des einstigen Reformkommunisten Imre Nagy, des Märtyrers der 1956er Gegenrevolution, nahe am Parlament, wollten Ungarns Regierende nicht länger dulden. Ende des vorigen Jahres abgebaut, soll an seiner Stelle ein gigantisches Monument aus der Horthy-Zeit aufgestellt werden. »Den Blutzeugen der Nation 1918–1919« ist das gewidmet und nennt die 497 Namen von Opfern aus der Zeit der bürgerlich-demokratischen (der ersten) und der folgenden Räterepublik. Schon vor seiner Enthüllung 1934 wurde gefragt, warum die zahlreichen Opfer des Weißen Terrors ausgespart blieben. »Solche kennen wir nicht«, war die Antwort aus der Kameradschaft vom »Weißen Haus«, die das Denkmal einst initiierte.

Kurzes Interregnum

Die Tage der »Kommün«, so wurde die ungarische Rätemacht kurz genannt, waren Ende Juli 1919 gezählt. Zur Freude des städtischen Bürgertums, in dessen Wohnungen bis dahin zwangsweise Obdachlose e...

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