Gegründet 1947 Donnerstag, 23. Januar 2020, Nr. 19
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20.07.2019 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Entweder du akzeptierst, oder der Staat richtet sich gegen dich«

Ein Gespräch mit Casé Angatu Xukuru Tupinambá. Über die Situation der Indigenen in Brasilien, das Bildungssystem und den Landraub unter Bolsonaro

Lisa Pausch

Die UNESCO hat 2019 zum »Internationalen Jahr der indigenen Sprachen« erklärt. Glauben Sie an die Wirkungskraft solcher Initiativen?

Eher nicht, das bleibt wohl nur ein symbolischer Akt. Ein guter Teil der brasilianischen Indigenen spricht ursprüngliche Sprachen überhaupt nicht mehr. Man sollte heutzutage überlegen, was eigentlich indigene Sprachen sind. Sie haben andere beeinflusst, sind präsent im brasilianischen Portugiesisch, im Spanischen in Chile, Uruguay oder Argentinien. Wenn damit lediglich eine Sprache gemeint ist, die in der Natur gesprochen wird, bestätigt das ein Vorurteil, gegen das viele Indigene kämpfen: die Annahme, dass man weniger indigen ist, wenn man nicht mehr so spricht wie die Vorfahren im 16. Jahrhundert.

Sie selbst sind mit der Sprache Tupi aufgewachsen.

Ja, ich habe Portugiesisch erst mit 17, 18 Jahren gelernt. Das war enorm schwierig!

Aber als Jugendlicher besuchten Sie doch die Sekundarschule, wo Portugiesisch die Unterrichtss...

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