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13.07.2019 / Feuilleton / Seite 10

Tradition verpflichtet

»Kein Kläger«: Eine Theaterperformance in München über die deutsche Justiz und ihre Nazis

Sebastian Lipp

Applaus von johlenden Neonazis: Das war der Schlussakkord eines der wichtigsten Nachkriegsprozesse der BRD-Geschichte, in den sich das Schluchzen der Hinterbliebenen der Opfer des »Nationalsozialistischen Untergrunds« mischte. Justizwachtmeister blieben untätig, einer der von Richter Manfred Götzl verurteilten Neonazis verließ den Saal als freier Mann, ein anderer würde kurz darauf ebenfalls freikommen. Wenig später bekam Bayern sein 2006 aufgelöstes Oberstes Landesgericht zurück, Götzl wurde zu dessen Vizepräsidenten befördert. Ausgerechnet bei den beiden aktiven Neonazis unter den Angeklagten blieb das Gericht weit unter der Strafmaßforderung der Bundesanwaltschaft und sendete damit ein fatales Signal an die faschistische Szene. Am vergangenen Donnerstag konnte man sich diese Situation am Strafjustizzentrum vergegenwärtigen, genau ein Jahr nachdem am 11. Juli 2018 das Urteil gesprochen war.

Es ist nur eine der Szenen, die am Donnerstag abend im Rahmen d...

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