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08.07.2019 / Titel / Seite 1

Gebt die Häfen frei!

Bundesweit Proteste gegen Kriminalisierung von Seenotrettern. Italien und Malta verwehren Schiffen das Anlegen. Hardliner im Profilierungswahn

Michael Merz

Nach der wochenlangen Odyssee der »Sea-Watch 3« ist die Situation der aus Seenot geretteten Flüchtlinge im Mittelmeer weiterhin dramatisch. Italiens Innenminister Matteo Salvini und maltesische Behörden versuchen nach wie vor, die Häfen ihrer Länder rigoros zu sperren und erhalten Rückendeckung vom österreichischen Exkanzler Sebastian Kurz. In Deutschland sind derweil Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um für die Rechte von Schiffbrüchigen und Geflüchteten zu demonstrieren.

Noch am Sonntag mittag hatte Malta dem deutschen Rettungsschiff »Alan Kurdi« mit Dutzenden Migranten an Bord untersagt, im Hafen der Insel anzulegen. Am Abend kam dann die erlösende Nachricht, dass die Insassen an Land gehen dürften. Das Schiff der Organisation »Sea-Eye« hatte am Freitag 65 Menschen in internationalen Gewässern vor Libyen von einem Schlauchboot gerettet. Die »Alan Kurdi« wartete danach zunächst vergeblich auf die Erlaubnis italienischer Behörden, um im Hafen vo...

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