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06.07.2019 / Inland / Seite 2

»Wir kriegen nur, wofür wir aktiv kämpfen«

Auf ins Steuerparadies Zossen: Berliner Aktivisten unternehmen Ausflug und besuchen Briefkastenfirmen in Brandenburg. Gespräch mit Tim Riedel

Oliver Rast

Sie machen an diesem Sonnabend einen Ausflug in den Speckgürtel von Berlin, genauer nach Zossen. Wieso fährt ein Bündnis gegen Zwangsräumungen aus der Hauptstadt in die Brandenburger Provinz?

Unser Hauptanliegen ist es, solidarisch zu sein. In diesem Fall mit der Kreuzberger Kollektivkneipe Meuterei und den verbliebenen Mietern der ehemaligen Charité-Wohnungen in der Habersaathstraße in Berlin-Mitte, die von Verdrängung bedroht sind. Die Eigentümer beider Objekte, die Zelos Properties GmbH und die Arcadia Estates, haben ihren Sitz im Steuerparadies Zossen südlich von Berlin. Und das sind nur zwei von Hunderten Immobilienfirmen, die dort angemeldet sind. Weitere Unternehmen sind die Fortis Group, die insbesondere in Friedrichshain für Verdrängung durch Luxusmodernisierung bekannt ist, sowie der Investor, der den Kreuzberger Gemüsehändler Bizim Bakkal herausdrängte. Dazu muss man wissen, dass in Zossen nur der laut Gesetz niedrigst mögliche Gewerbesteuersat...

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