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28.06.2019 / Kapital & Arbeit / Seite 9

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Lohnausgleich oder nicht? Russland debattiert über Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit. Arbeiter fürchten Lohneinbußen

Reinhard Lauterbach

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew hält die Einführung der Viertagewoche für unausweichlich. Das sagte er Anfang dieses Monats bei einem Vortrag vor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf. Seitdem hat Russland eine Arbeitszeitdebatte in allen Medien. Ausgespart bleibt dabei zumindest einstweilen die für Beschäftigte zentrale Frage: mit oder ohne Lohnausgleich?

Bei seinem Auftritt in Genf hatte Medwedew »neue Herangehensweisen an Grundbegriffe wie Arbeitstag und Arbeitsplatz« gefordert. Der »technologische Prozess« führe dazu, dass nicht nur Arbeitsplätze wegfielen, sondern auch Arbeitszeit. Insofern sei es »durchaus wahrscheinlich«, dass die Zukunft der viertägigen Erwerbswoche gehöre. Er forderte auch flexiblere Organisationsformen wie mehr Gleitzeit und Arbeit von zu Hause aus.

Hintergrund dafür, dass Medwedew ohne zwingenden Anlass dieses Thema aufmachte, ist vermutlich die Aufgabe, die Präsident Wladimir Putin der russischen Vo...

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