Gegründet 1947 Sa. / So., 18. / 19. Januar 2020, Nr. 15
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27.06.2019 / Feuilleton / Seite 10

Immer diese Widersprüche

Patrick Henzes kenntnisreiche Dissertation »Schwule Emanzipation und ihre Konflikte. Zur westdeutschen Schwulenbewegung der 1970er Jahre«

Jakob Hayner

In der Geschichte sozialer Bewegungen gibt es des öfteren den Umstand, dass sich ein gewisser Zeitgeist schon ausgeprägt hat, der sich dann mit einem Ereignis manifestiert. Ein solches Ereignis war in den USA eine dieser schikanösen Razzien in einer New Yorker Bar an der Christopher Street namens Stonewall Inn, in der sich Schwule, Lesben, Transsexuelle, Afroamerikaner, Latinos und andere Außenseiter treffen konnten, die sonst nirgendwo geduldet waren. Und diese eine Razzia nahmen die Unterdrückten und Ausgegrenzten nun nicht einfach mehr hin, sondern wehrten sich, was als Stonewall-Aufstand in die Geschichte eingegangen ist.

In Westdeutschland ging es nicht auf der Straße los, sondern im Kinosaal. 1971, zwei Jahre nach der von der sozialliberalen Koalition vorangetriebenen Reform des von den Nazis verschärften Paragraphen 175 zur Verfolgung der Homosexuellen, wurde im Westberliner Kino Arsenal im Rahmen der Berlinale der Film »Nicht der Homosexuelle ist ...

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