Gegründet 1947 Mittwoch, 23. Oktober 2019, Nr. 246
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22.06.2019 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die Musik ist keine Himmelsmacht«

Ein Gespräch mit Elvira Seiwert.Über die Verflachung von Beethovens Werken in aktuellen Aufführungen, Notengläubigkeit und Adornos »Reproduktionstheorie«

Stefan Siegert

Über Beethovens »Neunte« herrscht, sollte man meinen, allgemeines Einverständnis.

Darüber vielleicht, dass sie eines der höchsten Dokumente abendländischer Kultur ist, ein exemplarisches Werk, was Humanität, Idealität und Klassizität anbelangt. So habe ich auch lange gedacht. Ich habe mich also einerseits mit der Neunten beschäftigt. Andererseits mit Adrian ­Leverkühns Komponieren ...

Der Tonsetzer Leverkühn, Mittelpunkt von Thomas Manns »Faustus-Roman«, beschäftigt sich anlässlich seines fiktiven letzten und größten Werks »Fausti Weheklag« mit der neunten Sinfonie ...

Das Ergebnis: Irgendwas stimmt mit der Neunten, wie ich sie kannte, nicht.

Wie kamen Sie darauf?

Durch eine Aufführung mit Michael ­Gielen, die in hörbarem Widerspruch zur üblichen Auffassung von der Neunten als Feierstück und Haupt- und Staatsaktion stand. Moment! dachte ich, das ist doch nicht die Neunte. Zumindest nicht die, die ich bislang kannte. Am deutlichsten hörbar wurde das beim M...

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