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13.06.2019 / Feuilleton / Seite 11

Schlachtreif für den Krieg

Oliver Frljic inszeniert am Schauspiel Köln Brechts »Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer« in der Fassung von Heiner Müller

Hans-Christoph Zimmermann

Kriege sind das Fest der kollektiven Identität. Zwar weiß niemand, was Identität ausmacht, doch nie wird sie so gefeiert wie im Bombenhagel. Die Soldateska gießt erst mal kräftig den mit Muttererde belegten Bühnenboden, wirft sich anschließend in Lazarettbetten (Bühne: Igor Pauska) und brüllt lauthals das Deutschlandlied. Bis sie dann im Geschützfeuer, zu dem Wilhelm II. mit seinem Kriegsaufruf von 1914 den Soundtrack liefert, schier den Verstand verliert am Schauspiel Köln in Brechts gewaltigem »Fatzer«-Fragment in der Fassung von Heiner Müller.

Der Titel »Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer« zielt zwar auf das Spannungsverhältnis von Kollektiv und Individualität, wird aber bereits durch die Rollenzuweisung konterkariert. Die Figuren wandern unablässig durch die Körper der sieben Darstellerinnen und Darsteller Yuri Englert, Benjamin Höppner, Nicolas Lehni, Seán McDonagh, Nika Miskovic, Hannah Müller und Elias Reichert hindurch. Fatzer, das sind alle...

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