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08.06.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

Platz für alle?

15 Jahre nach NSU-Anschlag auf Kölner Keupstraße: Rolle von Behörden weiter unklar. Investorengruppe gegen geplantes Mahnmal

Glenn Jäger

Es ist der 9. Juni 2004: Vor dem Friseursalon »Kuaför Özcan« auf der Kölner Keupstraße explodiert eine Nagelbombe. 22 Menschen werden verletzt, vier davon schwer, durch Zufall gibt es keine Toten. Noch am Abend wird ein rechter Hintergrund offiziell ausgeschlossen. In den folgenden Wochen, Monaten, Jahren machen Polizei und Staatsanwaltschaft die Opfer zu Tätern. Deren vermeintliches Umfeld: Drogen- und Rotlichtmilieu, Schutzgelderpresser, Türsteherszene. Auf der Straße ahnt man längst: »Sie wissen, wer es war, und wollen es uns anhängen!«, so der Rapper und Aktivist Kutlu Yurtseven. Der Zeuge Arif Sagdic verwies gegenüber der Polizei auf Neonazis. Da habe »der Beamte nur den Finger vor die Lippen gehalten«, sagte er Anfang des Jahres 2019 der Deutschen Welle.

Zunächst fertigten Landes- und Bundeskriminalamt operative Fallanalysen an, die »auf einen Täterkreis von zwei Personen mit ›hoher Menschenverachtung‹« hinwiesen, erinnert der Kölner Sozialwissensch...

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