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05.06.2019 / Inland / Seite 8

»Satire und Ironie sind ausdrücklich kein Sperrgrund«

Zwischen Unklarheit und drohender Zensur: Twitter blockiert Accounts wegen schlechter Witze. Ein Gespräch mit Christian Säfken

Kristian Stemmler

Ihr Account beim Kurznachrichtendienst Twitter ist kürzlich gesperrt worden. Ähnlich erging es zuletzt auch vielen anderen Nutzern, darunter Juristen, Politiker und Publizisten. Grund waren oft harmlose Scherze, war zu hören. Worum ging es bei Ihnen?

Ich bin wegen eines alten Tweets mit dem schwachen Witz gesperrt worden: AfD-Wähler sollten nicht vergessen, ihren Wahlzettel zu unterschreiben. Ähnlich erging es anderen Juristen. Der jüngste Fall, von dem ich erfahren habe, ist der des Kollegen Andreas Blohm. Er wurde gesperrt, weil er empfohlen hatte, auch den Wahlzettel für den »Eurovision Song Contest« zu unterschreiben. Der Witz daran: Es gibt für den ESC keine Stimmzettel, es handelt sich nicht um eine politische Wahl.

Hintergrund der Sperren sind offenbar neue Regeln, die Twitter einführte, um sogenannte Falschinformationen zur Europawahl zu verhindern. Klingt das für Sie nach einem löblichen Ansinnen?

Grundsätzlich schon. Allerdings nützt der beste W...

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