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03.06.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

Weder Kirche noch Kippe

Teilerfolge für Bürgerproteste: Russische Behörden verschieben Kirchenbau und Müllverlagerung in den hohen Norden

Reinhard Lauterbach

In der russischen Uralmetropole Jekaterinburg ist der Konflikt um den geplanten Bau einer Kirche in einem Naherholungsgebiet abgeflaut. Über zwei Wochen lang hatten im Mai täglich bis zu 3.000 Leute gegen die Absperrung und vorgesehene Rodung des Parks demonstriert. Die Polizei und gekaufte Schlägertrupps versuchten vergeblich, die Proteste zu unterdrücken; auch insgesamt 1.000 Verhaftungen und etliche Anklagen wegen »geringfügigen Rowdytums« halfen nicht.

Letztlich lenkte die Staatsmacht nach einer Intervention von Wladimir Putin persönlich ein. Der Präsident hatte sibyllinisch geäußert, dass die Kirche doch »vereinen und nicht trennen« solle. Er reagierte damit auf eine Umfrage des staatlichen Instituts WZIOM, nach der zwar nur 18 Prozent der Bewohner von Jekaterinburg den Kirchenbau prinzipiell ablehnten, aber 74 Prozent sich dafür aussprachen, einen anderen Platz dafür zu finden. Der von Putin eingesetzte Gouverneur der Region spürte den neuen Wind au...

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