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27.05.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

»Déjà-vu der Schande«

Vor 80 Jahren erreichte die »St. Louis« den Hafen von Havanna. Doch 900 Flüchtlinge aus Deutschland durften nicht von Bord gehen

André Scheer

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die EU aufgefordert, nach der Europawahl dem Retten von Menschenleben im Mittelmeer Priorität einzuräumen. »Jeder weitere Tag, der verstreicht, kostet die Leben von Männern, Frauen und Kindern«, sagte Dominik Bartsch, UNHCR-Repräsentant in Deutschland, am vergangenen Donnerstag der Deutschen Presseagentur. »Im letzten Jahr starben im Mittelmeer 2.277 Menschen«, beklagte er. »Es ist, als wenn mehr als ein Dutzend vollbesetzter Boeings abstürzen und alle an Bord sterben, aber niemanden kümmert es so recht.« Insbesondere müsse es eine Regelung für die Verteilung der Schutzsuchenden auf die Länder der EU geben. »Das Geschacher, wenn 30 oder 40 Menschen auf den Booten festsitzen und niemand hilft, ist Europas unwürdig.« Jeder müsse das Recht haben, seinen Fall vorzutragen – und nicht ertrinken zu müssen.

Angesichts der aktuellen Zustände sprach die deutsche Menschenrechtsorganisation Pro Asyl bereits ...

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