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22.05.2019 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Austrofaschismus

Daniel Bratanovic

Ein Strizzi und sein Gehilfe halluzinieren auf Ibiza und Koks künftige Machtfülle, Beherrschung der Presse sowie staatliche Auftragsvergabe nach eigenem Gusto herbei und nennen freimütig die Gönner ihres selbstlosen Dienstes am österreichischen Volk: einen Waffenhändler, die Erbin eines aus Arisierungen zusammengeraubten Milliardenvermögens, einen Immobilienspekulanten und einen Glückspielkonzern. Der Strizzi heißt Strache und war, bevor das Video, das ihn, den Faschisten, so zeigt, wie Faschisten denken, handeln, ja sind, der Öffentlichkeit präsentiert wurde, Vizekanzler der Republik Österreich und Vorsitzender der Freiheitlichen Partei. Die war, anders als ihr Name nahelegt, bei ihrer Gründung 1955 eine bestenfalls notdürftig getarnte Fortsetzungsveranstaltung der NSDAP – und ist es im Grunde bis heute.

Aus einer anderen Variante des österreichischen Faschismus ist der Koalitionspartner ÖVP hervorgegangen. Im Unterschied zu den österreichischen Nazis, d...

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