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22.05.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

Infineon zwischen den Stühlen

Wirtschaftskrieg zwischen USA und China zwingt deutsche Konzerne abzuwägen

Jörg Kronauer

Der erste deutsche Konzern, den der jüngste US-Angriff im Wirtschaftskrieg gegen China traf, war Infineon. Am Montag früh stellte der Chiphersteller aus Neubiberg bei München die Lieferung von Bauteilen, die er in den Vereinigten Staaten produziert, an Huawei ein. Als der Börsenkurs des Unternehmens daraufhin einbrach, sah sich die Konzernführung veranlasst, die Sache herunterzuspielen: Nein, man habe den Kontakt zu Huawei nicht abgebrochen; alle Teile, die man nicht in den USA herstelle – die überwiegende Mehrheit also –, verkaufe man weiter an den Telekomriesen aus Shenzhen. Das war keine Marginalie: Infineon wickelt zwar nur Geschäfte im Wert von 1,3 Prozent seines Umsatzes mit Huawei ab, erzielt aber stolze 25 Prozent des Gesamtumsatzes in China. Das ist mehr als in jedem anderen Land, Deutschland inklusive. Ärger mit Beijing kan...

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