Gegründet 1947 Mittwoch, 16. Oktober 2019, Nr. 240
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21.05.2019 / Feuilleton / Seite 11

Einer von nebenan

Nicole Oders »Amir«-Inszenierung am Berliner Ensemble

Anja Röhl

Berliner Ensemble, kleines Haus. Vier junge Leute in Trainingsklamotten lassen eine Betonmauer um die eigene Achse rotieren. Darauf eine Strichzeichnung und der Namenszug »Amir«. Dann erscheint neben dem Strichmännchen der riesige Kopf eines herrischen Mannes: »Geboren: Wann? Wo?« Ein junger Mann, vorn auf einem Stuhl sitzend, antwortet: »Palästina«. Der Beamte notiert: »staatenlos«, fragt weiter: »Augenfarbe?« »Braun.« Der Beamte notiert: »schwarz«. Danach erklärt er umständlich, dass der junge Mann nur eine Duldung bekäme.

Nun entfaltet sich das Drama einer palästinensischen Familie, die nach den Massakern in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatilain (1982) mit drei kleinen Kindern geflohen ist und hierzulande seit 30 Jahren keine Arbeitserlaubnis, nur immer wieder die Duldung bekommen hat. Die Kinder wuchsen heran, ohne Respekt vor ihrem inzwischen verstorbenen Vater, der in ihren Augen nie in der Lage war, die Familie zu ernähren, und wurden noch vor...

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