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21.05.2019 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Löchrige Tarifverträge

Vereinbarungen zwischen Gewerkschaft und Unternehmen höhlen gesetzliche Standards für Leiharbeiter aus. Lohndumping bleibt bestehen

Gudrun Giese

Eigentlich sollen Tarifverträge über gesetzliche Standards hinausgehen. Doch für viele Leiharbeitskräfte scheint das nicht zu gelten. Ihnen werden nicht einmal die seit zwei Jahren geltenden Rechte des novellierten Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zugebilligt. Ausgerechnet Tarifverträge höhlen diese Regeln aus, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen hervorgeht.

Vor allem zwei wichtige Bereiche fallen in den Tarifverträgen schlechter für die Leiharbeiter aus als mit der Gesetzesreform geplant war: die maximale Verleihdauer und die Frist bis zur gleichwertigen Bezahlung. Während das Gesetz vorsah, ab September 2018 die Höchstüberlassungsdauer auf 18 Monate zu begrenzen, existieren laut Antwort der Bundesregierung 109 Tarifverträge, die eine Ausdehnung auf 24 bis zum Teil 120 Monate vorsehen. Und 27 Tarifverträge schreiben fest, dass eine gleiche Bezahlung für die Leiharbeitskräfte ni...

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