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18.05.2019 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Ungleiche Geschwister

Zum Verhältnis von Form und Inhalt bei Lukács und Holz. Teil eins

Kristin Bönicke

Am 5. Februar hatte die Gesellschaft für dialektische Philosophie zur diesjährigen Hans-Heinz-Holz-­Tagung mit dem Thema »Realismus als ästhetisches Prinzip« an die Universität Wien geladen. Wir dokumentieren im Folgenden den Vortrag von Kristin Bönicke. (jW)

»Das Zeitalter der großen Systementwürfe in der Philosophie ist vorbei«, hört man heute vielerorts vielstimmig. Schon deshalb mutet es seltsam an, sich ausgerechnet der Kunst systematisch zu nähern, die Kunst begreifen zu wollen, über die scheinbar doch nur der gute oder weniger gute Geschmack entscheidet. Sowohl Georg Lukács mit der 1963 erschienenen »Die Eigenart des Ästhetischen« als auch Hans Heinz Holz mit der 1996/97 erschienenen »Philosophischen Theorie der bildenden Künste« haben dennoch jeweils einen solchen Versuch unternommen. Lukács tritt dabei mit dem Anspruch auf, universale Prinzipien zu begründen, die für alle Künste gelten, auch wenn diese Prinzipien natürlich noch einer Spezifizieru...

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