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17.04.2019 / Feuilleton / Seite 11

Der Schmerz der anderen

Auf den vierten Basler Dokumentartagen wurde ein Theater der Verwundbarkeit erkundet

Hannes Klug

Verwundbar macht sich, wer auf die Straße geht, um zu protestieren – das zeigte zuletzt die eskalierende Polizeigewalt bei den Demonstrationen in Frankreich. Verwundbar ist auch, wer sich zu etwas bekennt, wie Didier Eribon in einem Podiumsgespräch bei den Basler Dokumentartagen (10. bis 14. April) anhand seines eigenen Werdegangs beschrieb: »Die herrschende soziale Ordnung will, dass du dich dafür schämst, wer du bist.« In seinem Fall betraf dies zunächst seine Homosexualität, mit der er sich dann öffentlich auseinandersetzte, und im zweiten Schritt seine soziale Herkunft aus der Arbeiterklasse. Diese Scham inmitten des akademischen Milieus und der »kulturellen Bourgeoisie«, denen er inzwischen angehörte, wurzelte noch tiefer und war komplizierter zu bewältigen.

Wie populär der französische Soziologe und Autor des Bestsellers »Rückkehr nach Reims« ist, zeigte sich daran, dass die Reithalle in der Kaserne Basel mit mehr als 300 Zuhörerinnen und Zuhörern ü...

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