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16.04.2019 / Feuilleton / Seite 8

»Als Opfer wahrgenommen, nicht als politisch Agierende«

Rechte Gewalt und ihre Folgen: Dokumentarfilm zeigt Perspektive von Betroffenen in BRD. Ein Gespräch mit Mala Reinhardt

Gitta Düperthal

In Ihrem Film »Der zweite Anschlag« berichten Betroffene und Angehörige über rechte Gewalttaten in der Bundesrepublik. Warum ist es wichtig, ihre Perspektive zu zeigen?

Meist wird nur über die Opfer rassistischer Anschläge geredet, sie selbst kommen nicht zu Wort. In meinem Film spricht unter anderem Ibrahim Arslan. Er überlebte im November 1992 als Kind nur knapp einen Anschlag, als Neonazis sein Elternhaus in Mölln anzündeten. Seine Großmutter, Schwester und Kusine kamen ums Leben. Im Film spricht er von einem »zweiten Anschlag« und meint damit die Reaktionen von Gesellschaft, Medien und Behörden. In die Organisation der jährlichen Trauerfeiern der Stadt seien Betroffene nicht eingebunden gewesen, kritisiert er. Zudem würden er und seine Familie in vielen Medien nur als Opfer wahrgenommen, nicht als politisch agierende Personen, die Anklage erheben.

Wie kam es zur Idee, diesen Dokumentarfilm zu realisieren?

Im Mai 2017 diskutierten bei einem Tribunal in...

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