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06.04.2019 / Geschichte / Seite 15

Protomaidan in Georgien

Vor 30 Jahren löste die Sowjetmacht nationalistische Kundgebungen in Tbilissi gewaltsam auf

Reinhard Lauterbach

Wenngleich offiziell die Rede vom »zusammenwachsenden Sowjetvolk« galt, gab es Nationalitätenkonflikte in der UdSSR immer wieder, die indes nach Möglichkeit bagatellisiert wurden. In der Regel blieb zwar die Staatsmacht in den Auseinandersetzungen mit solchen Unruhen Sieger, aber ein Rest an Ferment und Ressentiment blieb erhalten.

Das galt auch für Georgien, das bei weitem nicht die pittoreske Republik der Orangen und Weintrauben, der endlosen Gastmähler und blumigen Trinksprüche war, als die es sich das sowjetische Alltagsbewusstsein vorstellte. Das Land, das auf eine erheblich ältere Nationalgeschichte als Russland zurückblicken kann, war Anfang des 19. Jahrhunderts vom Zarenreich unter allerhand Tricks als Provinz eingegliedert worden, obwohl anfangs eine Autonomie versprochen worden war. Die russische Herrschaft verhielt sich gegenüber der kulturellen Eigenständigkeit Georgiens wenig sensibel. Nach der Februarrevolution ergriffen so georgische Intell...

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