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03.04.2019 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Runder Tisch (Polen)

Reinhard Lauterbach

Mit der Verhängung des Kriegsrechts Ende 1981 hatte die realsozialistische Staatsmacht in Polen ihren letzten Sieg erkämpft. Es war ein Pyrrhussieg. Zwar gelang es, die zur Systemopposition gewordene Gewerkschaft »Solidarnosc« in den Untergrund zu drängen und die an eine Doppelherrschaft heranreichenden Zustände der Jahre 1980/81 zu beenden. Aber die Wirtschafts- und Legitimitätskrise bestand fort. Die Überschuldung Polens im Westen, verschärft durch Sanktionen wegen des Kriegsrechts, vereitelte jeden wirtschaftlichen Neustart unter sozialistischen Vorzeichen. Und von der selbst in der Krise steckenden Sowjetunion war keine wesentliche Unterstützung mehr zu erwarten. Im Gegenteil: Michail Gorbatschow orientierte die »Bruderparteien« bald darauf, sich an den jeweils eigenen Haaren aus dem jeweils eigenen Sumpf zu ziehen.

Die Folge war, dass die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (PVAP) zwar die Macht hatte, aber nichts mehr mit ihr anzufangen wusste. Prot...

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