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25.03.2019 / Thema / Seite 12

Überflüssiger Ärger

Vor 200 Jahren wurde der Schriftsteller August von Kotzebue ermordet

Kai Köhler

Am Vormittag ist das Opfer noch beschäftigt. Ein Bediensteter rät dem Theologiestudenten Sand, er möge es doch gegen fünf Uhr nachmittags noch einmal versuchen, dann sei der Staatsrat von Kotzebue sicherlich zu sprechen. So muss der Mörder noch ein paar Stunden durch Mannheim schlendern, ein letztes Mittagessen in Freiheit einnehmen, bis er es erneut versucht. Diesmal wird er vorgelassen. Mit den Worten: »Du Verräter des Vaterlandes!« stößt er Kotzebue zuerst das Messer ins Gesicht. Wie geplant, reißt der Angegriffene instinktiv die Arme hoch und lässt damit das eigentliche Ziel, das Herz, ungeschützt. Mit aller Kraft zieht Sand das Messer aus dem durchstoßenen Oberkiefer und führt den tödlichen Stich aus. Der Besuch von Anatomievorlesungen an seiner Universität Jena hat sich gelohnt: Lunge, Herzbeutel und Lungenarterien werden schwer verletzt. Sand schaut dem Sterbenden in die Augen, nach seiner späteren Aussage: »Ich glaube, er hat noch mit den Augenwim...

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