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16.03.2019 / Geschichte / Seite 15

Mittelalter beendet

Vor 60 Jahren floh der Dalai Lama aus China. Er konnte die Modernisierung Tibets nicht aufhalten

Sebastian Carlens

Manchmal ergreifen auch Boddhisattvas ganz irdisch die Flucht. Der 14. Dalai Lama, der von seinen Anhängern als eine solche buddhistische Heiligkeit verehrt wird, hat sich vor 60 Jahren, am 17. März 1959, aus seiner Heimat Tibet ins benachbarte Indien abgesetzt. Der Anführer der buddhistischen »Gelbmützen«, mit bürgerlichem Namen Tenzin Gyatso (Ehrentitel: »Wunscherfüllendes Juwel«, »Ozean der Weisheit«, oder, schlichter: »Seine Heiligkeit«), war 1953 als Sohn einer kinderreichen Bauernfamilie geboren worden. Sein Leben wie das seiner Familie sollte sich grundlegend ändern, als er als Kleinkind von einer Mönchsdelegation entdeckt wurde: Als Wiedergeburt des verstorbenen 13. Dalai Lama, eines der höchsten Würdenträger im damaligen Tibet.

1940 wurde der nunmehr Viereinhalbjährige in Lhasa, der Hauptstadt Tibets, inthronisiert. Tibet, ein Bestandteil Chinas seit vielen hundert Jahren, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts gänzlich unter die Fuchtel eines theokr...

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