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16.03.2019 / Thema / Seite 12

Das Kichern des Todes

Es ist eine grausame Erkenntnis, dass das Sterben zum Leben gehört. Versuch über das Altern in Zeiten des fortgeschrittenen Kapitalismus

Götz Eisenberg

Das Mittel tut seine Wirkung, Linderung stellt sich ein. Für ein paar Stunden werde ich mich schmerzfrei bewegen und meine arthritische Hüfte vergessen können. In solchen Momenten keimt die Hoffnung, der Schmerz möge mich dauerhaft verschonen. Solches Wunschdenken haben Oskar Negt und Alexander Kluge als »Antirealismus der Gefühle« bezeichnet. Davor ist man auch im Alter nicht gefeit. Das Ich weigert sich, eine unangenehme Realität zu akzeptieren, und setzt eine eigene Realität dagegen. Das geschieht auch dann, wenn man es eigentlich besser weiß; denn der Schmerz kehrt natürlich zurück. Gute Voraussetzungen, um über das Altern ohne Verklärung zu schreiben und den Tatsachen ins Auge zu sehen. Ich werde also versuchen, die Dinge beim Namen zu nennen und bis ans Ende zu denken. Bis an welches Ende? Am Ende steht der Tod.

Überlistung des Todes

Soviel Wahrheit hält man nicht jeden Tag aus. Kleine Fluchten und Betrugsmanöver braucht jeder Mensch. Der polnische ...

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