Gegründet 1947 Dienstag, 23. Juli 2019, Nr. 168
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20.02.2019 / Feuilleton / Seite 10

Wie beim Tschäggättä

Man schaut wie auf Schweizer Volksbräuche: Heiner Kipphardts »März« in der Berliner Schaubühne

Jakob Hayner

Ein wenig unangenehm berührt ist man schon beim Betreten des Studios der Berliner Schaubühne. Ein aufdringlich seifiger Geruch (Räucherstäbchen? Duftkerzen?) liegt mit etwas Nebel in der Luft, und drei, sagen wir mal, eigentümlich kostümierte Gestalten, die ausgesprochen nervtötende Geräusche von sich geben (Tröte? Schellen?), bewegen sich über die Bühne, während das Publikum, leicht pikiert, die zugewiesenen Plätze einnimmt. Nun wird die Angelegenheit in der Folge nicht weniger irritierend, so dass manch empfindsamere Seele unter den Zuschauern das dringende Bedürfnis verspüren könnte, vor Scham im Boden zu versinken. Mit Kostümen und Masken wie beim »Tschäggättä«, einem Brauch zum Vertreiben von Geistern, der in abgelegenen Schweizer Bergdörfern noch heute praktiziert wird, wenn auch zunehmend zur Erheiterung extra dafür angereister Schaulustiger, wird ein vom Kuhglockengeläut begleiteter Stampftanz aufgeführt, der durch Geschrei und Geklopfe eines Männ...

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