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13.02.2019 / Feuilleton / Seite 8

»Dicht gebackenes DDR-Brot, das du erst mal verdauen musst«

Berlinale: Jungfilmer lässt Sachsen und syrische Asylbewerber miteinander DDR spielen. Ein Gespräch mit Florian Kunert

F.-B. Habel

Herr Kunert, Sie haben sich in jungen Jahren die Welt angesehen, lebten in Südafrika und Indonesien. Nun sind Sie in die Heimat zurückgekehrt. Ihr Dokumentarfilm »Fortschritt im Tal der Ahnungslosen« spielt in Neustadt in Sachsen, wo Sie aufgewachsen sind. Wie kam es dazu?

Ich war gerade am anderen Ende der Welt und sah im Fernsehen die Berichte von den »Pegida«-Demonstrationen – nicht irgendwo, sondern dort wo ich aufwuchs. Ich habe mich gefragt: Was hat das Phänomen ausgelöst? Warum gerade in Dresden und Umgebung? Könnten da tiefere DDR-Erfahrungen eine Rolle spielen? Eine mögliche Erklärung ist, dass bei vielen DDR-Bürgern die Identität durch den Verlust der nationalen Zugehörigkeit tief erschüttert wurde.

Was hat konkret Neustadt mit Ihren Beobachtungen zu tun?

Gleich ab 1990 kamen Leute aus den Republiken der damaligen Sowjetunion zu uns, viele mit deutschen Wurzeln und doch fremd. Wer ohne den Zugang zu Westmedien im Dresdner »Tal der Ahnungslosen« ...

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