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29.01.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

Ein Putschist inszeniert sich

Juan Guaidó ruft zu neuen Protesten gegen Venezuelas Präsident Maduro auf. Doch für ihn könnte die Zeit knapp werden

André Scheer und Modaira Rubio, Caracas

Der selbsternannte »Präsident« gab sich staatsmännisch. Am Sonntag (Ortszeit) wandte sich Juan Guaidó mit einer im Internet übertragenen Ansprache an seine Anhänger. Der Politiker saß an einem Schreibtisch, hinter ihm die Nationalflagge und eine Büste des Nationalhelden Simón Bolívar, vor ihm zwei in Leder gebundene Bände der »Großen Enzyklopädie Venezuela«. Die Rede war als »Bilanz« der bisherigen Maßnahmen angekündigt. Erfolge hatte Guaidó, der sich am vergangenen Mittwoch selbst zum »Übergangspräsidenten« Venezuelas ernannt hatte, allerdings wenige vorzuweisen. Statt dessen rief er seine Anhänger zu weiteren Protesten in dieser Woche auf, mit denen das Militär zum Sturz des gewählten Präsidenten Nicolás Maduro bewegt werden soll. Der Washington Post sagte Guaidó, dass es hinter den Kulissen Gespräche mit Militärs und zivilen Regierungsvertretern über einen Machtwechsel gebe. »Das ist eine sehr heikle Angelegenheit, bei der es auch um die persönliche Si...

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