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22.01.2019 / Schwerpunkt / Seite 3

Bloß nicht zuspitzen

Polens Opposition fordert mehr Toleranz. Die Kampagne dazu ist ein Zeichen ihrer Schwäche

Reinhard Lauterbach, Poznan

Es gehört zum Geschäft, dass bei den Trauerfeierlichkeiten für den ermordeten Gdansker Bürgermeister Pawel Adamowicz von kirchlicher Seite zur »Versöhnung« und zum »Verbannen des Hasses« aufgerufen wurde. Schließlich stehen nach Darstellung von Insidern etwa 90 Prozent der Geistlichen der regierenden Partei »Recht und Gerechtigkeit« (PiS) nahe, und insofern fällt ihr professionelles Wirken mit dem Interesse dieser zusammen, dem Schock über den Anschlag nur mit »allgemeinmenschlichen« Worten zu begegnen.

Interessanterweise waren die Kirchenvertreter aber nicht die einzigen, die die Opposition zur Mäßigung aufriefen. Schon vorige Woche hatte eine enge Mitarbeiterin des Verstorbenen in Warschau, wo Adamowicz posthum mit der Ehrenbürgerschaft der Hauptstadt ausgezeichnet wurde, Polens Liberale davor gewarnt, aus dem Mord ein »zweites Smolensk« zu machen. Allein »zweites Smolensk« ist so offensichtlich falsch: Ein Anschlag ist nicht zu vergleichen mit einem Un...

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