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15.01.2019 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Auf unterstem Niveau

Deutsche Wirtschaft wettert gegen Pläne für Mindestvergütung von Azubis und erhält Zuspruch aus der CDU. SPD und DGB wollen mehr als 504 Euro

Ralf Wurzbacher

Groß war das Geschrei der Industrieverbände, als vor vier Jahren der Mindestlohn eingeführt wurde. Der Standort Deutschland gehe den Bach runter, Zigtausende Arbeitsplätze seien gefährdet, ganze Branchen stünden vor dem Aus. Heute weiß man: alles nur Panikmache. So als wäre nichts gewesen, brummte die Konjunktur auch nach dem 1. Januar 2015 kräftig weiter. Bleibt die Frage, ob auch der Klub der Schwarzmaler seine Lektion gelernt hat? Antwort: natürlich nicht.

Dieser Tage erlebt das schäbige Schauspiel von damals eine Wiederaufführung – mit nahezu identischem Stoff, den üblichen Verdächtigen und bei gleicher Heuchelei. Den Aufreger liefert diesmal Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) mit ihrem Vorhaben zur Festsetzung einer Mindestbezahlung von Auszubildenden. Nach ihren im November vorgestellten Plänen sollen Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr nicht weniger als 504 Euro im Monat verdienen dürfen. In den Folgejahren sollen dann fünf, zehn und 15 ...

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