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04.01.2019 / Titel / Seite 1

Kriegsschiffe im Angebot

Libyen statt Saudi-Arabien? Bundesregierung sucht neuen Abnehmer für 20 Patrouillenboote aus deutscher Produktion

Knut Mellenthin

Die deutsche Rüstungsindustrie will gemeinsam mit der IG Metall eine Stadt retten. Objekt ihrer Fürsorge sind die rund 12.000 Einwohner der Stadt Wolgast, die kurz vor der Mündung des Peenestroms in die Ostsee liegt. Dort befindet sich die Peene-Werft, die zur vermutlich größten deutschen Schiffbaugruppe, der in Bremen ansässigen Lürssen Werft GmbH & Co. KG, gehört.

Mit dem Auftrag zum Bau von 35 Patrouillenbooten für Saudi-Arabien hatte Lürssen 2014 einen großen Fisch an Land gezogen. 15 dieser effektiv bewaffneten Küstenwachtschiffe waren bereits ausgeliefert, als die Bundesregierung Anfang November 2018 einen vorläufigen Stopp aller weiteren Waffen- und Ausrüstungslieferungen an das saudische Militär anordnete. Die Peene-Werft setzte daraufhin die Hälfte ihrer 300 Mitarbeiter auf Kurzarbeit. Das bedeutet: nur noch 60 Prozent vom normalen Gehalt bei mehr oder weniger sinnvollen Weiterbildungsmaßnahmen. Lürssen riskiert, auf vier schon lieferferti...

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