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03.01.2019 / Medien / Seite 15

Fall des Systems

Spiegel-Redakteur Relotius hat gelogen und gefälscht. Ein Skandal? Ja, er hat sich erwischen lassen. Aber das Feindbild hat gestimmt

Volker Hermsdorf

Eine »Edelfeder« der Mainstreammedien musste abdanken. Mehr noch: Nach dem Motto »Haltet den Dieb« stürzen sich die vermeintlichen Wächter des Qualitätsjournalismus auf den von ihnen selbst mit Preisen überhäuften Kollegen Claas Relotius.

Dabei tat der Spiegel-Redakteur »nichts anderes als das, was von ihm erwartet wurde: Geschichten zu liefern, die das erwünschte Narrativ bedienen, (…) und unerwünschte Beiträge zu vermeiden«, schreibt der Kölner Medienanwalt Markus Kompa im Onlinemagazin Telepolis. Relotius’ Fehler bestand darin, sich erwischen zu lassen.

Stories wie gewünscht

Der freie Journalist Juan Moreno, der dem Fälscher auf die Spur gekommen war, fand jedoch lange kein Gehör. Wie das Onlineportal Amerika 21 berichtete, war ihm eine Geschichte über den »ersten Steuerberater auf Kuba« aufgefallen, der 2012 in nur einem halben Jahr 20.000 Dollar verdient habe. »Schuhputzer aus ganz Havanna« stünden bei dem Mann Schlange, schrieb Relotius 2013 in der ...

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