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27.12.2018 / Ausland / Seite 8

»Ich galt als gefährliche Person für den griechischen Staat«

Gewerkschafterin wollte einem Flüchtling helfen, zu seiner Mutter zu gelangen. Dafür erhielt sie 17 Monate Haft. Gespräch mit Lola Gutiérrez

Carmela Negrete

Sie sind jetzt in Spanien. Aber in Griechenland wurden Sie vor kurzem zu 17 Monaten Haft verurteilt. Welche Verbrechen sollen Sie begangen haben?

Ich habe versucht, mit dem Pass meines Sohnes einen minderjährigen Flüchtling nach Deutschland zu bringen. Wir wurden aber ertappt, und ich landete zunächst in einer Polizeiwache, danach in einem griechischen Migrantenzentrum. Dort wurde ich acht Tage lang festgehalten, obwohl die Richterin mich gehen lassen wollte. Zum Glück hatte ich früh einen Anwalt kontaktiert. Er erzählte mir, ich sei festgenommen worden, weil ich aus Sicht des griechischen Staats als gefährliche Person gelte. Damit wurde in meinem Fall eine Regelung angewandt, die es der Polizei ermöglicht, sich über eine richterliche Entscheidung hinwegzusetzen, wenn sie glaubt, dafür entsprechende Gründe zu haben. Gegenüber spanischen Botschaftsmitarbeitern, die sich nach meinem Zustand erkundigten, gaben sie an, ich sei freigelassen worden.

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