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27.12.2018 / Feuilleton / Seite 11

Zuckerbergs Wohnzimmer

Thomas Wagner

Wer heute als Linker politisch aktiv ist, kommt seit vielen Jahren um das Internet nicht mehr herum. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Um so erstaunlicher ist die Naivität, mit der das Netz zuweilen genutzt wird. So wird noch immer viel zuwenig über die Frage diskutiert, welche Formen des Onlineaktivismus der eigenen Sache überhaupt zuträglich sind. Hier scheint ein Mythos nachzuwirken, der in den euphorischen Anfangsjahren des Netzes entstanden ist. Viele Internetidealisten dachten damals, der technische Fortschritt stehe auf ihrer Seite, und die sich scheinbar in eine basisdemokratische Richtung verändernden Kommunikationsverhältnisse im Netz würden die gesellschaftlichen Machtverhältnisse nachhaltig erschüttern.

Tatsächlich wurde die kapitalistische Herrschaft im Zuge der vom Internet und der Digitalisierung beförderten Strukturveränderungen aber nicht geschwächt, sondern weiter ausgebaut. Beispielsweise verloren zwar etablierte Medienkonzerne an Ei...

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