Gegründet 1947 Donnerstag, 18. April 2019, Nr. 92
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29.12.2018 / Feuilleton / Seite 11

Nummer 2 lebt!

Wenn der Vater mit dem Sohne: Der Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger

Gerhard Henschel

Der 22 Jahre alte Schriftsteller Hans Wollschläger ist noch ein Nobody, als er 1957 den Briefkontakt zu Arno Schmidt aufnimmt, den er verehrt. Schmidt, rund zwanzig Jahre älter, arriviert, aber ein Außenseiter im Literaturbetrieb, geht freundlich auf jeden Brief ein. Von Wollschläger, der im Bamberger Karl-May-Verlag arbeitet, erhofft sich Schmidt nähere Auskünfte über Karl Mays schlampig edierte Werke, während Wollschläger von Schmidt eine Art Ritterschlag erwartet. Und so geschieht es auch: Schmidt empfiehlt Wollschläger weiter, lobt ihn, spornt ihn an, gibt ihm Ratschläge für seine literarische Arbeit und empfängt ihn mehrmals zu Besuch. Im Laufe der sechziger Jahre entwickelt sich aus der Brieffreundschaft eine Arbeitsgemeinschaft, als Schmidt und Wollschläger die Werke Edgar Allan Poes übersetzen. Aber dann zieht Schmidt sich in sein Schneckenhaus zurück und lässt den Schüler Wollschläger, den einzigen, den er je persönlich erzogen hat, ohne Angabe ...

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