Gegründet 1947 Dienstag, 15. Oktober 2019, Nr. 239
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15.12.2018 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Diese Männer behandelten uns wie Tiere«

Ein Gespräch mit Nodschud Harfusch und Suhair Ali. Über das Martyrium in der Gewalt des »IS« und die Aussicht auf Versöhnung in Syrien.

Karin Leukefeld

Sie wurden von bewaffneten Gruppen in der östlichen Ghuta drei bzw. vier Jahre lang festgehalten. Wie kam es zu dieser Geiselhaft?

Suhair Ali: Meine Frau und ich, wir wunderten uns, als bewaffnete Kämpfer am Morgen unsere Wohnung angriffen. Doch dann fanden wir heraus, dass sie alle Häuser in Adra attackierten, in denen Leute lebten, die beim Staat angestellt waren. Erst klopften sie, und als wir nicht öffneten, schlugen sie die Tür ein. Sie beschimpften uns mit Worten, die ich nicht wiederholen kann. Sie schlugen mich, stießen mich die Treppe hinunter auf die Straße. Dort waren schon andere Männer, und mit ihnen wurde ich über die Straße getrieben. Ich sah viele Leichen auf der Straße und auf den Gehwegen liegen. Männer, Frauen, Kinder, alte Leute. Wir wurden gezwungen, in Busse zu steigen. Dort wurden uns die Augen verbunden, und die Busse fuhren los. Lange Zeit wusste ich nicht, was aus meiner Familie geworden war.

Sie sagten, die Männer seien maskiert...

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