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06.12.2018 / Ansichten / Seite 8

Chávez’ Vermächtnis

20 Jahre »Bolivarische Revolution«

André Scheer

Der 6. Dezember 1998 war ein Einschnitt in der Geschichte Venezuelas und Lateinamerikas. Mit der Wahl von Hugo Chávez zum Präsidenten des südamerikanischen Landes heute vor 20 Jahren endete dort eine jahrzehntelange Phase formeller parlamentarischer Stabilität, die das Land als Hort der Freiheit in einem ansonsten von Militärdiktaturen beherrschten Kontinent erscheinen ließ. Doch die Mehrheit der Bevölkerung lebte in Armut. Es war Chávez, der die Anliegen der Ausgegrenzten auf die politische Agenda setzte.

Im Wahlkampf 1998 orientierte sich Chávez zunächst eher am »Dritten Weg« eines William Clinton und Anthony Blair, wie er damals in einem Interview sagte. Ursprünglich war er davon ausgegangen, dass es ausreichen würde, eine neue Verfassung zu verabschieden, um das Land aus der Krise zu führen. Er bemerkte jedoch bald, dass die Ursachen viel tiefer lagen und strukturell waren. Zudem stieß er auf den Widerstand bürgerlicher ...

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