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05.12.2018 / Feuilleton / Seite 10

Das urwienerische Mittel

Schmäh in Ostberlin: Nachruf auf den Kabarettisten und Schauspieler Otto Stark

Sabine Fuchs

Wer Otto Stark kannte, erinnert sich vor allem an seine Stimme. Das Weiche, Wienerische hat sie nie verloren, auch nach 60 Lebensjahren in Deutschland war ihm der Tonfall seiner Geburtsstadt noch anzuhören. Lange hatte er nicht in Wien gelebt. 1922 als Sohn eines jüdischen Hutmachers in bescheidenen Verhältnissen geboren, war er 1939 mit einem von der jüdischen Kultusgemeinde organisierten Transport für Jugendliche nach England gekommen – er hatte sich auf Drängen seines Vaters zu einer landwirtschaftlichen Ausbildung verpflichtet, um der seit der Reichspogromnacht offensichtlichen Gefahr zu entkommen.

Für die harte körperliche Arbeit war der schmächtige 17jährige nur schlecht geeignet. So begann er eine Bäckerlehre und nahm nach Kriegsausbruch, als die meisten Engländer Militärdienst leisteten, eine Stelle in London an. Dort kam es zur ersten Begegnung mit der Bühne – das österreichische Exilkabarett Laterndl wurde ihm zur frühen künstlerischen Heimat, a...

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