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24.11.2018 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Bewaffnetes Biedermeier

Arnold Schölzel

Nach dem Untergang der Sowjetunion hielt der Glaube, die USA seien die »einzige Weltmacht« – so der deutsche Titel eines Buches des früheren US-Sicherheitsberaters Zbigniew Brzezinski in den 1990ern –, den Westen zusammen. Auch in Bonn und Berlin glaubten die Regierenden, sich im Schlepptau Washingtons jeden Überfall auf andere Länder, das Ermorden von Millionen Menschen, ungestraft erlauben zu können. Die Werte- ist eine Beutegemeinschaft.

Die publizistischen Kapazitäten des bewaffneten Biedermeiers, das hierzulande herrscht, behaupten das Gegenteil. So schreibt der Historiker Michael Stürmer am Montag in Die Welt, nach dem Kalten Krieg habe sich die »Friedensdividende« als »unwiderstehlich für die industriellen Demokratien – Ausnahme die USA« erwiesen. Dabei mordeten allein in Afghanistan zeitweilig an die 80 Nationen mit, und die »Koalition der Willigen«, die ab 2003 den Irak endgültig zertrümmerte, war nicht viel kleiner. Polen, Tschechien oder Ungarn...

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