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26.11.2018 / Feuilleton / Seite 10

Wäre Hegel Dramatiker gewesen ...

… hätte Horst Schulze ihn im Repertoire gehabt: Nachruf auf einen großen DEFA-Schauspieler

Detlef Kannapin

Wie Anfang des Monats bekannt wurde, starb der Schauspieler Horst Schulze am 24. Oktober im Alter von 97 Jahren. Mit ihm ist vor allem die Verkörperung Karl Liebknechts verbunden. Schulze spielte den Kommunisten, Arbeiterführer und Rechtsanwalt in den zwei biographischen DEFA-Filmen »Solange Leben in mir ist« (1965) und »Trotz alledem« (1971), beide in der Regie von Günter Reisch. Die Verewigung alternativer Möglichkeiten in der deutschen Geschichte, nicht zuletzt bei einem fortschrittlichen Ausgang der Novemberrevolution von 1918, macht aus heutiger Sicht den großen Gewinn aus. Denn sowohl faktisch als auch interpretativ ist die sozialistische Zugangsweise zu wesentlichen historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts in die stets abrufbare visuelle Überlieferung eingegangen, die kein kulturindustrieller Konformismus mehr eliminieren kann.

Zweifellos ist Liebknecht Schulzes Paraderolle geblieben, aber damit erschöpfte sich die Bandbreite seiner darsteller...

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