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13.11.2018 / Thema / Seite 12

»Umwandlung der Gesinnung«

Kriegsniederlage und Revolution mobilisierten auch diejenige bürgerliche Intelligenz, die sich in »Räten geistiger Arbeiter« organisierte. Die politische Entwicklung konnten sie allerdings kaum beeinflussen

Jürgen Pelzer

Die revolutionären Ereignisse der beiden ersten Novemberwochen 1918 führten unter anderem dazu, dass eine gesellschaftliche Schicht, die sich in den Kriegsjahren entweder konformistisch und nationalistisch oder abwartend und passiv, aber nur in seltenen Fällen kriegs- oder gar kapitalismuskritisch verhalten hatte, in Bewegung geriet: die Intelligenz. Viele ihrer Vertreter und Vertreterinnen erwachten in diesen Tagen wie aus einem Alptraum: Der mörderische Krieg war vorbei, und gleichzeitig schien sich die Aussicht auf eine tiefgreifende, das Alte hinwegfegende Revolution zu eröffnen, die der russischen in nichts nachstand. Besonders euphorisch äußerten sich linksorientierte Expressionisten wie etwa René Schickele, der triumphierte: »Jetzt, jetzt endlich. Jetzt! Die neue Welt hat begonnen. Das ist sie, die befreite Menschheit.« Der Zusammenbruch der alten Welt schien greifbar, die Revolution, die sich freilich erst im Anfangsstadium befand, versprach nich...

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