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07.11.2018 / Feuilleton / Seite 11

Worauf es ankommt

100 Jahre Novemberrevolution (1/10). Wie man eine Revolution vergisst

Leo Schwarz

Im Herbst 1918, wenige Wochen, bevor die Revolution sie aus dem Breslauer Gefängnis befreite, schrieb Rosa Luxemburg eine Einschätzung der politischen Situation nieder. Die im Nachlass aufgefundene Notiz ist als »Fragment über Krieg, nationale Frage und Revolution« bekannt. Darin heißt es: »Worauf es ankommt, ist, das eigentliche Problem dieser Periode zu begreifen. Dieses Problem heißt: die Diktatur des Proletariats, Verwirklichung des Sozialismus. (…) Die Bedingungen des Kampfes um die Macht sind so günstig wie noch für keine aufstrebende Klasse in der Weltgeschichte.« Ein Gegner des Sozialismus und der Revolution, der britische Premierminister David Lloyd George, kam im März 1919 zu einem ähnlichen Urteil: Ganz Europa sei erfüllt vom »Geist der Revolution«. Die »gesamte existierende Ordnung in ihren politischen, sozialen und ökonomischen Aspekten wird von den Massen von einem Ende Europas zum anderen in Frage stellt«.

Die finale Krise der bürgerlich...

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