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20.10.2018 / Titel / Seite 1

Zweifel an Suizid

Wie starb der unschuldig inhaftierte Flüchtling Amed A. in der Justizvollzugsanstalt Kleve? Anwalt der Familie glaubt nicht an Selbsttötung

Peter Schaber

Am 6. Juli 2018 wird Amed A. in der Nähe einer Kiesgrube im nordrheinwestfälischen Geldern festgenommen. Das polizeiliche Informationssystem Viva zeigt einen Treffer an, der 26jährige landet in der Justizvollzugsanstalt Kleve. Am 17. September kommt es zu einem Brand in seiner Zelle. Amed A. wird schwer verletzt, stirbt am 29. September an den Folgen. Rasch wurde klar: Amed A. saß wochenlang unschuldig in Haft, Beamte hatten ihn mit einem per Haftbefehl gesuchten Mann aus Mali verwechselt.

Der Fall beschäftigt inzwischen die nordrhein-westfälische Justiz. Mehrere Verfahren zum Fall Amed A. seien eingeleitet worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Kleve am Freitag gegenüber junge Welt. Gegen sechs Polizisten werde wegen Freiheitsberaubung ermittelt, gegen eine Person aus dem medizinischen Bereich der JVA wegen fahrlässiger Tötung.

Indessen kommen immer weitere Details zu dem Fall an die Öffentlichkeit und bestärken Zweifel an dem zunächst wortmächti...

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